Ich bin wieder hier…

Sooooooo lange hab ich nichts mehr gepostet. Der Hauptgrund hierfür war ein verlorenes Passwort gepaart mit Faulheit gepaart mit noch mehr Faulheit.

Nun ist es aber so weit und ich werde wieder (weniger) interessante Dinge von mir lassen. In der Zwischenzeit habe ich im übrigen die Welt bereist, zumindest ein wenig. Das war großartig aber privat. Aber dabei waren, Malle, Rock im Park, Paris und dann noch Kiel (Weltstadt).

Bis mir was wirklich Interessantes einfällt, weine ich für alle Iraner, die keine Hardliner sind und für die Zensursula, die einfach nichts begriffen hat. Im Grunde passt sie auch super ins Regime, da sie nun den Hardlinern gleich die Technik mitliefert um auch die letzten freien  Datenübertragungswege wie YouTube zu behindern. Damit ist dieses Blog per sofort politisch motiviert ist (Stempel drauf).

Ansonsten danke ich dem master_p, dass er den Spirit des Blogs so lange ohne mich aufrecht erhalten konnte. Ausserdem ist er eh mein einzigster Leser, und ich seiner ^^

Eine Zugfahrt die ist lustig…

…eine Zugfahrt die ist schön scheiße!

Schonmal das Verlangen gehabt, eingefercht zu werden? Mit ausflippenden Kindern, schwitzenden Bauarbeitern und Bundeswehrsoldaten? Dann einfach mal Bahnfahren!

Ich hasse Bahnfahren, deshalb drücke ich mich darum, so oft es geht. Bisher war das eigentlich auch erfolgreich. Von Klassenfahrten einmal abgesehen. Aber seit ich aus der Schule raus bin? Ein, maximal zweimal habe ich seitdem ein Bahnabteil von innen gesehen. Und das ist auch gut so.

Aber jetzt ist es passiert. Jetzt musste ich innerhalb eines Monats zweimal Bahnfahren. Und zweimal war es die Hölle. Beim ersten mal noch Metronom gefahren. Das war ja noch einigermaßen erträglich. Denn es war ein Samstag Abend und von Bremen nach Hamburg. Metronom fahren ist eigentlich nicht viel anders, als U- oder S-Bahn fahren. Nur etwas mehr Platz, etwas lauteres Gerumpel und mehr Gepäck, welches in den Gängen steht.

Aber heute habe ich dann mal auf der Strecke in die andere Richtung das Deutsche Bahn-Flagschiff ausprobiert. Den ICE der 3. Generation! Man möchte ja meinen, dass man hier ein super Erlebnis hat und den absoluten Luxus erfährt. Nunja ich sage es mal so: ab Harburg (sprich ein Bahnhof nach meiner Einstiegs-Haltestelle) wäre ich lieber zu Fuß gegangen.

Los geht das ganze damit, dass ich mir keinen Sitzplatz ergattert habe. Prinzipiell dachte ich, dass das an einem Sonntag Abend kein Problem darstellt – auch wenn Pfingsten ist. Problematisch war es auch nicht wirklich, weil der Abfahrtsbahnhof Hamburg war und der Zug schon gute 20 Minuten vor Abfahrt offen auf dem Gleis stand. Also schnell rein und erstmal durchgelaufen… 1. Klasse – nein… 2. Klasse – jo, aber alles voll… 2. Klasse – jo, aber alles reserviert… 2. Klasse – jo, aber ebenfalls alles reserviert… super, nochmal 2. Klasse – jedoch diesmal reserviert für bahn.comfort-Kunden… also weiter ins Boardrestaurant. Auch hier war schon alles besetzt, also nochmal durch einen 1. Klasse-Wagen in einen 2. Klasse-Wagen, wo doch tatsächlich noch Plätze gefunden werden konnte, die frei und nicht reserviert waren. Also schön breit gemacht und hingesetzt.

Kurz nach dem hinsetzen dann der ersten Typ, der für einen Euro für seine Fahrkarte fragt, weil angeblich seine EC-Karte nicht angenommen wird – der sah nichtmal so aus, als würde ihm seine Bank überhaupt eine ausstellen. Nebenan sprühten sich dann zwei Teenie-Mädels literweise Deo unter die Achseln, während vor mir ebenfalls ein jüngeres Exemplar der weiblichen Menschheit ein leckeres Reisgericht vertilgt, während vor ihr eine Familie leckere Frikadelle vertilgt – riecht auch super im Großraumabteil.

Achso hatte ich die Verspätung von 5 Minuten schon ab Abfahrt erwähnt? Nunja alles nicht so schlimm, denn nach knappen 20 Minuten Fahrzeit meldet sich schon der Lockführer mit einem aus Flugzeugen bekannten, monotonen Gebrabbel, dass niemand verstehen kann. Einziger Vorteil: ich weiß endlich sicher, dass ich im richtigen Zug sitze – auch eine Aversion, die ich bei der Bahn hege, dass die Pläne so “übersichtlich” sind.

Nachdem der Zug losgefahren ist, scheint sich die pünktlich-aber-leider-nicht-zu-früh-kommer-Lawine durch den Zug zu rollen. Minutenlang reißt der Strom von Mitreisenden nicht ab, die sich verzweifelt mit 2 Kindern und Gepäck für 10 durch den Zug quälen, um die restlichen, verbliebenen Plätze zu erhaschen – natürlich aussichtslos. Nachdem sich also 10 weinende Kleinkinder, 15 nölende Teenager und mindestens 40 halb verzweifelte Erwachsene an meinem Sitzplatz vorbeigequält haben, fragt eine offensichlich allein reisende ältere Damen nach dem Platz neben mir. Setzt sich, schlägt die Beine übereinander und außer dem Tritt gegen mein Schienbein ergötze ich mich von nun an an behaarten, sonnengrbäunten Oma-Beinen, die unter ihrer 7/8-Hose hervorluken. Hab ich schon die Teenie-Mädels erwähnt, die erneut das Abteil durch Deo-Schwaden beglücken? Oder das leider nirgendwo steht, in welche Richtung der Zug aus dem Bahnhof fährt, sodass ich leider auf einem Sitz entgegen der Fahrtrichtung lande?

Und das hier ist erst in der ersten halben Stunde der Fahrt entstanden. Ich möchte gar nicht wissen, wie es weitergeht. Vor allem nicht in Hinblick darauf, dass ich in Bremen noch in einen IC umsteigen darf, der vermutlich noch voller, noch stinkender und noch lauter ist als dieser hier. Ich bin gespannt…

— endlich im IC —

Wow ich bin ja durchaus beeindruckt. Die Sitze sind zwar nicht komfortabel und es riecht auch etwas nach Plastik, aber dafür sitze ich mit nur 4 anderen Personen in einem Waggon. Und dieser ist dazu auch noch doppelstöckig ausgelegt. Klar, so ein IC hält an fast jeder Milchkanne, um weitere Mitfahrer aufzunehmen, aber alles in allem war das doch deutlich angenehmer, als mit dem ICE zu fahren. Deswegen gibt’s auf dieser Weiterfahrt auch eigentlich nichts weiter zu erzählen – gut die betrunkenen Werder Bremen-Fans mal ausgenommen, die ihre Druckluft-Fanfaren mehrmals im Zug zünden mussten, um auf den Geiwinn des DFB-Prokals hinzuweisen. Komisch allerdings, dass nichtmal ein Schaffner kam – man somit durchaus hätte schwarz fahren können. Aber so oder so bin ich dann gut in Oldenburg am Hauptbahnhof angekommen. Und das war auch gut so. Denn bis jetzt hatte ich immer noch einen kleinen Teufel im Hinterkopf, der mir ins Ohr flüsterte “das ist das falsche Oldenburg”… denn auf der Deutsche Bahn Website kann ich eingeben, dass ich nach Oldenburg möchte. Aber welches Oldenburg steht da leider nicht. Ist es Oldenburg bei Bremen oder ist es Oldenburg in Schleswig Holstein!? Klar, wenn die Bahn als Zugverbindung Hamburg – Bremen – Oldenburg raussucht, gehe ich mal davon aus, dass es das Richtige ist, aber wissen kann man’s scheinbar erst, wenn man angekommen ist. Warum geben die nicht noch das KFZ-Kennzeichen mit aus? Dann weiß man es schließlich genau. Oder aber zumindest mal eine Ansicht der Fahrtroute oder so.

Alles in allem war es aushaltbar. Muss ich nicht wieder haben so eine Zugfahrt und glücklicherweise war es ja auch nur eine Hinfahrt. Denn zurück ging es diesmal mit dem neuen Pimpmobil.

z4-coupe-1

PS: Mit diesem Fahrzeug habe ich mich mal selbst zur Pimpnase der Woche gekührt.

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